7 Punkte, auf die Sie bei Investments in Kunst achten sollten
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7 Punkte, auf die Sie bei Investments in Kunst achten sollten

Investieren in Kunst

Ölfarbe statt Aktien: Wer in Kunst investiert, will oft Leidenschaft mit Rendite verbinden. Dass das funktionieren kann, dafür gibt es Beispiele. Doch wie vor jedem Investment sollten Sie die Spielregeln kennen.

Investieren ja – aber wie? Die beliebtesten Vermögenswerte sind bisher Aktien und Anleihen. Allein: Aktienmärkte sind schwankungsintensiv. Und risikoarme Anleihen erwirtschaften seit Jahren nur magere Renditen. Neben diesen beiden klassischen Anlageklassen sehen sich Investoren daher auch nach alternativen Geldanlagen um. Eine davon ist die Investition in Sachwerte in Form von Kunst. Die ist aber ebenfalls nicht risikofrei, denn auch am Kunstmarkt schwanken die Preise.

Der Kunstmarkt entwickelt sich seit den 1980er-Jahren hin zum Kapitalmarkt. Das wachsende Interesse, insbesondere an Bildern, zeigt sich an den steigenden Preisen und hohen Nachfragen neuer Akteure aus Ländern wie China, Indien, Saudi-Arabien und vor allem Katar. Seit ein paar Jahren liegen in Deutschland zum Beispiel Arbeiten der ZERO-Künstler (aktiv in Düsseldorf von 1958 bis 1966) international im Trend.

Wer sich auf dem Kunstmarkt engagieren möchte, sollte die Spielregeln kennen. Sieben Punkte, um emotionale mit finanzieller Rendite zu verbinden:

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1. Emotionales Investment

Vielen Anlegern geht es beim Kauf eines Kunstwerks aber nicht nur um die Rendite. Echte Kunstliebhaber bauen zu bestimmten Werken eine große emotionale Bindung auf.

Kunst ist oftmals viel mehr als reines Investment, sondern Ausdruck von Geisteshaltung, Kultur und Bildung. Die Erfahrung zeigt: Sammler kaufen Kunstwerke nicht, um sie des Gewinns wegen wieder zu verkaufen. Ihnen geht es um den Aufbau einer homogenen und stringenten Sammlung, die sich entwickeln soll. Wer sich in ein Bild verliebt hat, für den ist der Wert des Kunstwerks oftmals zweitrangig. Ihn trifft ein möglicher Wertverlust nicht so hart.

Hat man Kunst gekauft, sollte man diese auch pflegen, um den Wert zu erhalten. Dazu gehört nicht nur, die Werke richtig zu lagern oder zu versichern. Manche Sammler zeigen ihre Werke auf Ausstellungen oder fördern den Künstler selbst. Experten können hier wertvolle Tipps geben.

Investoren, Kunstliebhaber, Mäzene: Wer Kunst kauft, aktiv am Kunstgeschehen teilnimmt wie beispielsweise in den Fördervereinen von Museen, investiert nicht nur in den Künstler, sondern gleichzeitig auch in die Künste, in die Wahrung der Kultur über Generationen hinweg, auch für die Allgemeinheit.

Infografik

Kunst unter dem Hammer

Zwischen 2000 und 2015 wuchs der Umsatz, der bei Kunstauktionen (in den Häusern von Christie's und Sotheby's) erzielt wurde, jährlich um durchschnittlich 14,4 Prozent. 2015 sah einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der Wert lag aber immer noch knapp 8 Prozent über dem von 2013.

Quelle: ArtTactic / Art & Finance Report 2016 (Deloitte Luxembourg & ArtTactic)

2. Leidenschaft und Rendite

Und Kunst als alternative Geldanlage? „Ein reines Investment wird nicht funktionieren“, sagt Dr. Florian Mercker, Kunstexperte und Rechtsanwalt für PHIDIAS Rechtsanwälte aus München. Besser sei es, Leidenschaft mit Renditewunsch zu verbinden. „Der Kauf eines Werkes sollte einen auch in ästhetischer Hinsicht befriedigen“, so Mercker. Dennoch stellt sich für Investoren die Frage, ob und wie sich mit Kunstwerken Geld verdienen lässt.

Klar ist: Rendite ist bei Kunst schwerer messbar als bei Aktien und Anleihen, deren Entwicklung man börsentäglich an den Kursen ablesen kann. „Aber in wirtschaftlich turbulenten Zeiten zeigte sich der Kunstmarkt oft robust.“ Entscheidend für den Kunst- wie Finanzmarkt ist eine genaue Marktkenntnis. Ein Anhaltspunkt für den Wert eines Gegenstandes bieten Auktionsergebnisse, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. So sind auch im Internet Datenbanken für Auktionsergebnisse und Auktionspreise zu finden.

„Qualität und Preis muss man trennen. Man sollte nicht mit den Ohren kaufen, sondern mit den Augen – und zwar Kunst, die einem gefällt.“

Dr. Florian Mercker,
Kunst-Rechtsexperte aus München

3. Wert und Kunst-Investment

Den Schätzwert eines Kunstwerks beurteilt am besten ein Experte, Kunstberater oder Sachverständiger, der aufgrund seiner Berufserfahrung und Marktübersicht eine valide Einschätzung abgeben kann. Um einen solchen Sachverständigen zu finden, kann man beispielsweise auf das umfassende Netzwerk eines Museums, einer spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei oder einer auf dem Kunstmarkt aktiven Bank zurückgreifen. Auch Auktionshäuser treffen Aussagen über den Schätzwert.

Den Marktwert – möglicherweise nötig beispielsweise bei einer Erbschaft oder Scheidung – kann nur ein Sachverständiger bestimmen oder festlegen. „Wenn ein Gutachter etwas zum Preis sagt, achten wir darauf, dass er auch eine angemessene Haftpflichtversicherung hat“, berichtet der Münchener Rechtsanwalt Mercker. So können sich Investoren ein Stück weit absichern, falls der Sachverständige einmal falsch liegen sollte.

Merkliste

Erbe und Schenkung

Werden Kunstwerke vererbt oder verschenkt, gelten die gesetzlichen Regelungen für den Erbfall.

Ein solcher Sachverständiger ist in der Regel kein Jurist. Er wird aus der Kunstszene kommen, meistens aus dem Auktionshandel. Der Begriff „Sachverständiger“ allein ist allerdings weder geschützt noch zertifiziert. Umso wichtiger ist es, hier mit kompetenten Partnern zusammenzuarbeiten.

Was den Wert von Kunst angeht, gelte, so Kunstexperte Mercker: „Qualität und Preis sind zwei Dinge, die man völlig voneinander trennen muss.“ Auch wenn häufig qualitätsvolle Kunst auch hohe Preise erziele, gebe es auch Kunst, die nicht qualitätsvoll ist, aber trotzdem teuer verkauft werde. Mercker: „Das ist einfach eine Frage des Marktes, ob bestimmte Sammlerkreise beschlossen haben, einen Künstler oder ein Werk zur Ware zu machen.“ Sein Rat: Nicht mit mit den Ohren kaufen, sondern mit den Augen, und darauf achten, dass man Kunst kauft, die einem zusagt – am besten mit Unterstützung eines fachkundigen Beraters.

4. Märkte und Käufer

Ob Sammler oder reiner Investor: Kunst liegt im Trend. Der Kunstmarkt ist hipper geworden. Es gibt heute viele junge Sammler, die zwischen 25 und 40 Jahre alt sind. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Menschen bereits in jungen Jahren zu Geld und Vermögen kommen – etwa durch ihr erfolgreiches Business oder auch durch eine Erbschaft.

„Die Galerien in Deutschland bedienen den Primärmarkt. Sie verkaufen Künstler, die Ihre Werke zum ersten Mal auf den Markt bringen.“

Dr. Florian Mercker,
Kunst-Rechtsexperte aus München

Kunst deutscher Künstler wird teuer gehandelt – nur nicht in Deutschland. „Die gesetzlichen Vorgaben und Steuern sind so, dass es sich nicht lohnt, eine Galerie aufzumachen,“ erläutert Mercker. Gleiches gelte für den Kunsthandel. So ist Deutschland ein Kunstexportland. „Die Leipziger Schule beispielsweise hat bahnbrechende Werke der Kunstgeschichte hervorgebracht“, sagt Mercker. Allein: Die Kunstwerke werden in New York, London und auf internationalen Messen angeboten. Sein Rat: „Suchen Sie sich versierte Partner aus diesen Kunstzentren aus.“

5. Blue Chips oder hippe Avantgarde?

Wer als Investor auf Nummer sicher gehen möchte, kauft eher Werke, die als solide und wertbeständig gelten. Wie am Aktienmarkt gibt es auch am Kunstmarkt Blue Chips. Gemeint sind Werke von international bekannten Künstlern, die dauerhaft gut verkäuflich sind und beständig hohe Preise erzielen – Mark Rothko, Andy Warhol oder Gerhard Richter als Paradebeispiele. Doch während die genannten Künstler bekanntermaßen am oberen Ende der Preisspanne rangieren, gebe es auch Künstler mit Blue-Chip-Potenzial in niedrigeren Kategorien.

Dem gegenüber stehen die Geheimtipps, etwa Werke junger Kunststudenten der Akademien, die heute für 2.000 oder 3.000 Euro zu haben sind und in einigen Jahren viel mehr wert sein können. Allerdings könneen sich diese Werke mit ihrem hohen Renditepotenzial auch schnell als Anlageflop entpuppen.

Noch ein Risiko: Statt Zinsen gibt es bei Kunstwerken – im besten Fall – Wertzuwachs. Und Kunstwerke lassen sich nicht einfach jederzeit zu einem bestimmten Wunschpreis verkaufen. Im schlechtesten Fall hat man ein Kunstwerk fürs eigene Wohnzimmer.

Für den Kunst-Juristen Mercker beginnen Kunst-Investments erst ab 50.000 oder 60.000 Euro pro Werk. Darunter könne man eher wie beim Beteiligungsgeschäft von Vorgründungsphase und früher Investition in ein Startup-Unternehmen sprechen. Mercker: „Junge, unentdeckte Künstler sind günstiger, doch klüger ist es meist, auf den Zug aufzuspringen, wenn er schon das erste Drittel des Weges hinter sich hat.“ Dann nämlich, wenn der Künstler bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

„Die Chancen, dass dann nach mehreren Jahren aus 50.000 Euro einmal 200.000 Euro werden, sind dabei gar nicht mal so schlecht“, sagt er. Für ihn ist Kunst immer eine in Betracht zu ziehende Assetklasse, „weil es ein Sachwert und somit ein Teil eines Vermögens sein kann“.

Qualität und Preis müsse man aber trennen, so Mercker. „Es ist eine Frage des Marktes, ob bestimmte Sammlerkreise sich entschlossen haben, ein Kunstwerk zur begehrten Ware zu machen – ähnlich wie bei Immobilien.“

Merkliste

Sammler oder Händler?

Die besten Sammler sind häufig auch die besten Händler. Doch es gibt Unterschiede.

6. Die Kunst des Verkaufens

Zum Kaufen und Sammeln gehört üblicherweise auch das Verkaufen. Liquidität für ein neues Kunstwerk bekommen, die Sammlung gezielt erweitern, neu ausrichten oder andere Schwerpunkte setzen: Es gibt viele Gründe, warum sich Sammler von ihren Kunstwerken trennen. Wie bei Aktien kommt es dabei auf den richtigen Zeitpunkt an.

Fragen, die man sich stellen sollte: Gibt es aktuell einen Hype um den Künstler? Oder muss man damit rechnen, dass er sich langfristig nicht mehr entwickelt – künstlerisch wie vom Wert seiner Werke her? Benötigt man sein Kapital unbedingt oder kann man das Werk noch halten, bis die Preise steigen?

Die Expertise von Fachleuten ist zu empfehlen, denn so können Sie die Gefahr von unnötigen Verlusten zumindest verringern.

Tipps für den Verkauf von Kunstwerken:

Schlau machen: Was verkaufe ich? Holen Sie den Rat eines kompetenten Beraters ein. Lassen Sie ihn Ihre Sammlung überprüfen: Was kann raus? Welcher Künstler ist angesagt? Versierte Berater prüfen den Zustand des Kunstwerks, unterstützen bei der Abwicklung, helfen bei der Angebotsbeschreibung.

Anonym bleiben: Wenn man einen Warhol zu Hause hat, sollte man diesen nicht selbst anbieten, sondern immer durch Dritte. Damit bleiben Eigentümer anonym. Mittelsmänner können Angebote einholen und den richtigen Verkaufsort auswählen. So verkauft man einen Gerhard Richter üblicherweise nicht beim Kunsthändler um die Ecke.

Zeit mitbringen und ruhig bleiben: Wird ein Bild bei einer Auktion nicht verkauft, sollte es nicht sofort wieder an selber Stelle angeboten werden. Es gilt dann oft als "verbrannt", mit niedrigeren Erlöschancen.

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Tipps zum Anlegen in Kunst

Investitionen in Kunst können eine Kapitalanlage sein, die sich in mehr als einer Hinsicht lohnen kann.

7. Kunst für Anfänger und Fortgeschrittene

Neulinge auf dem Kunstmarkt sollten auf erfahrene Berater setzen. Diese können nicht nur mit Analysen zum Kunstmarkt unterstützen, sondern auch beim Aufbau einer Sammlung für Einsteiger oder einer Sammlungsergänzung bei erfahrenen Sammlern. Ein Tipp: Arbeiten Sie mit Experten zusammen, die weltweit aufgestellt sind: mit einem fundierten Netzwerk an Händlern, Galeristen und Auktionshäusern sowie Restauratoren und Gutachtern.

Auch wenn der globale Kunstmarkt wächst: Kunst ist weder eine Ware noch eine Anlageklasse wie jede andere. Das Investment in Kunst stellt besondere Anforderungen an den Käufer. Ein hohes Renditepotenzial bedeutet auch hohe Risiken. Kunst als alternative Geldanlage bringt allerdings einen Bonus mit, wie ihn andere Anlageformen nicht haben: einen hohen emotionalen und ästhetischen Faktor, der nicht in Geld zu messen ist.

Hintergrund

Kunst und Bank

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist die HypoVereinsbank im Kunstmarkt aktiv.

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