Machen Sie Ihr Testament – aber richtig
Sofie Delauw / Offset

Machen Sie Ihr Testament – aber richtig

Richtig vererben

Der letzte Wille sollte so abgefasst sein, dass der Erblasser durch klare Formulierung die Vermögensaufteilung eindeutig regelt. Durch fachliche Beratung kann er Fehler vermeiden und Steuern sparen.

Geld, Schmuck, Immobilien, Lebensversicherungen, Unternehmen – wenn jemand etwas vererbt, können beachtliche Vermögenswerte zusammenkommen. Zwar gibt es das Sprichwort „Blut ist stärker als Wasser“, doch bei Geld oder geldwertem Vermögen hört dann aber nicht nur unter Freunden, sondern auch in der Familie oft die Freundschaft auf. Erblasser, die vermeiden wollen, dass sich die Erben nach ihrem Tod wegen der Vermögensaufteilung zerstreiten oder Vermögen verloren geht, sollten ihre Vermögensnachfolge zu Lebzeiten eindeutig regeln und ihren Nachkommen das Erben erleichtern.

Planung und Koordination sind beim Vererben Trumpf. Und ein Testament, das alle zwei bis fünf Jahre auf den aktuellen Stand gebracht werden sollte – am besten in Abstimmung mit dem Steuerberater, da sich auch etwas ändern kann. Neben dem Testament ist es sinnvoll, eine Notfallmappe anzufertigen.

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Das gehört in eine Notfallmappe

Mit der HVB Notfallmappe hinterlassen Sie Ihren Angehörigen ein wertvolles Hilfsinstrument, um sich in einer Notsituation rasch und unkompliziert einen Überblick über Ihre Vermögens­verhältnisse sowie in diesem Zu­sammenhang kurzfristig zu treffende Entscheidungen zu verschaffen.

Doch zunächst sollten Erblasser von Anfang an überlegen, ob es nach ihrem Tod zu einem Streit ums Erbe kommen könnte und wie sie dies durch klare Regelungen weitestgehend ausschließen können. Dafür ist erst einmal ein Überblick über das eigene Vermögen wichtig. „Doch Erblasser haben häufig keinen Überblick über ihre Situation“, sagt Dr. Thomas Wachter, Notar in München.

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Überblick über das eigene Vermögen

Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie haben, können Sie keine klaren Regelungen treffen. Machen Sie daher eine ganzheitlich Bestandsaufnahme.

Dr. Wachter nennt ein Beispiel aus der Praxis: „Viele Ehepaare glauben, dass ihnen die Immobilie gemeinsam gehört. Plötzlich stellt sich heraus, dass nur der Mann im Grundbuch eingetragen ist.“ Bei der Abfassung des Testaments liegt es daher nahe, sich bei der Formulierung rechtzeitig von Rechts- und Steuerexperten unterstützen zu lassen.

Komplexe Vermögensverhältnisse regeln

„Je größer und komplexer das Vermögen eines Erblassers ist, desto schwerwiegendere Fehler können gemacht werden“, sagt Dr. Thomas Fritz, Steuerberater und Partner bei der Steuerberaterkanzlei Peters, Schönberger & Partner in München. Wenn ein Erblasser nur über eine Sparanlage von 50.000 Euro verfügt und diese seinem einzigen Kind hinterlässt, muss er nicht großartig planen. Zudem liegt der Wert des Erbes weit unter dem Freibetrag von 400.000 Euro für die Erbschaftsteuer.

„Erblasser haben häufig keinen Überblick über ihre Situation.“

Portrait Thomas Wachter
Dr. Thomas Wachter,
Notar in München

Komplizierter wird es, wenn neben dem Bargeld nichtliquide Vermögenswerte vererbt werden. So muss der Wert bei einer Immobilie erst einmal ermittelt werden. Wie soll eine Immobilie gerecht aufgeteilt werden, wenn es mehr als einen Erben gibt? Die Erbschaft einer Immobilie kann zudem zu unliebsamen Überraschungen führen, wenn eine hohe Erbschaftsteuer fällig wird, die das Erbe schließlich schmälern würde. Diese Steuern würden sich die meisten gern sparen.

„Es lohnt sich, bereits zu Lebzeiten über mögliche Alternativen wie Schenkung oder Nießbrauch nachzudenken. Hier kann man gestalterisch eingreifen“, erläutert Dr. Thomas Fritz.

„Je größer und komplexer das Vermögen eines Erblassers ist, desto schwerwiegendere Fehler können gemacht werden.“

Dr. Thomas Fritz,
Steuerberater und Partner bei der Steuerberaterkanzlei Peters, Schönberger & Partner in München

Gesellschaftsrecht schlägt Erbrecht

So gibt es eine Menge rechtliche Aspekte zu beachten, die für den Rechtslaien oft kaum ersichtlich sind. Der Münchener Steuerexperte nennt einen anderen Fall: Jemand hat in jungen Jahren mit anderen zusammen eine Firma als Personengesellschaft gegründet und vor 30 Jahren einen Gesellschaftsvertrag gemacht. Heute hat er in seinem Testament geregelt, dass sein Sohn seinen Anteil der Firma erbt.

„Hier schlägt das Gesellschaftsrecht das Erbrecht“, so Dr. Fritz. „Wenn im Gesellschaftsvertrag steht, dass der rechtliche Nachfolger im Todesfall ausgezahlt wird und der Erbe nicht in die Rechtsstellung des Altgesellschafters eintritt, wird das Ziel des Vaters, seinen Sohn als Firmeninhaber einzusetzen, nicht erreicht.“

Der Experte kennt weitere, zahlreiche Beispiel, in denen Erben plötzlich in Situationen kommen, die sie und der Erblasser nicht erwartet hatten. Zum Beispiel ist oft unklar, welches Erbrecht tatsächlich gilt. Etwa dann, wenn der Erblasser eine Finca auf Mallorca besitzt und dort überwiegend gelebt hat. „Hier gilt das spanische Erbrecht“, so Dr. Fritz.

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Rechtliche Fußangeln

Für Rechtslaien sind erbrechtliche Aspekte nicht leicht zu durchschauen. Fachlicher Rat kann da vor Verlusten schützen.

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