100 Tage Trump: Ist die Euphorie verflogen?
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100 Tage Trump: Ist die Euphorie verflogen?

Momentaufnahme: USA

Am 20. Januar wurde Donald Trump als 45. US-Präsident vereidigt. Nach einer anfänglichen Euphorie angesichts der geplanten Konjunkturprogramme hat sich an den Aktienmärkten Ernüchterung breitgemacht. Innenpolitische Pleiten und außenpolitisches Säbelrasseln verunsichern die Anleger. Eine Momentaufnahme aus dem Mai 2017.

Als Donald Trump am 20. Januar 2017 als 45. Präsident der USA vor dem Kapitol vereidigt wurde, sorgte seine düstere, vom umstrittenen Berater Stephen Bannon geschriebene Rede für Besorgnis unter politischen Beobachtern. Die Aktienmärkte dagegen reagierten in den folgenden Tagen und Wochen genauso zuversichtlich wie nach dem Wahlsieg des republikanischen Kandidaten im November 2016. „Dazu trugen nicht zuletzt die Wirtschaftsnähe Trumps und seine angekündigten Konjunkturprogramme bei“, erklärt Oliver Postler, Chief Investment Officer für Privatkunden bei der HypoVereinsbank.

Am Samstag, den 29. April, hat Donald Trump die ersten 100 Tage seiner Amtszeit hinter sich gebracht. So lange ist traditionell die Schonfrist – vor allem, um dem neuen Präsidenten die Zeit zu geben, sich im neuen Job einzurichten und wichtige Personalentscheidungen zu treffen, bevor ein erstes Zwischenfazit gezogen wird. Klar ist: Trump selbst und die meisten seiner Anhänger sind zufrieden mit dem Erreichten. Klar ist aber auch: Zumindest an den Aktienmärkten ist die Euphorie der ersten Wochen verflogen.

Analyse

100 Tage Trump - Eine (ernüchternde) Zwischenbilanz

Am 20. Januar 2017 wurde Donald Trump als US-Präsident vereidigt. Sein politisches Zwischenfazit fällt durchwachsen aus, und auch an den Finanzmärkten ist die anfängliche Euphorie der Ernüchterung gewichen. Lesen Sie hier, worauf Anleger jetzt achten sollten.

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Innenpolitisch ohne Durchschlagskraft

Das mag auch an der Tatsache liegen, dass Trump mit großem Eifer und zahlreichen Dekreten versuchte, seine Wahlversprechen einzulösen – und miterleben musste, wie gleich mehrere Vorhaben scheiterten. So gelangte die Aussetzung der durch seinen Vorgänger Barack Obama realisierten Gesundheitsreform „Obamacare“ nicht einmal zur Abstimmung in den Kongress. Als zu groß schätzte der republikanische Mehrheitssprecher Paul Ryan die Gefahr ein, dass viele Abgeordnete aus der eigenen Partei dagegen stimmen würden. Ein erstes Einreiseverbot für Personen aus muslimischen Ländern wurde von Bundesgerichten kassiert; ein zweiter Anlauf sorgte für harsche Kritik, vor allem aus der Wirtschaft, und wurde ebenso von einem Bundesrichter in Hawaii gestoppt. 

„America first“, lautet einer der Slogans von Donald Trump. Vor allem seine Wähler in den wenig prosperierenden Regionen an der Ostküste und im Mittleren Westen erhoffen sich vom Präsidenten das Wiedererstarken der Industrien, die das Land vor Jahrzehnten großmachten – wenn es sein muss, mit Isolation und protektionistischen Maßnahmen. Und tatsächlich beschreitet der Präsident diesen Weg, zum Beispiel mit einem Dekret für Strafzölle auf bestimmte Stahlimporte (siehe Kasten). Außerdem wollte Trump ursprünglich das Freihandelsabkommen NAFTA mit Kanada und Mexiko kündigen. Ende April dann die Kehrtwende: Nun will der Präsident nachverhandeln – und bricht damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf.

„Am US-Aktienmarkt besteht durchaus Enttäuschungspotenzial, wenn jetzt nicht geliefert wird.“

Oliver Postler,
Chief Investment Officer für Privatkunden bei der HypoVereinsbank

Zwar hatten die gescheiterten Vorhaben keine direkten wirtschaftlichen Folgen, aber sie ließen unter Analysten, Investoren und Anlegern die Frage aufkommen, wie sich der Präsident bei politischen Großprojekten durchsetzen kann und will. So kamen Anfang März erste ernsthafte Zweifel auf, ob die Deregulierung der Finanz- und Energiemärkte und die vom Kapitalmarkt im Vorfeld gefeierte Steuerreform umsetzbar sind. Letztere sieht unter anderem eine Absenkung der Körperschaftsteuer von derzeit 35 Prozent auf 15 Prozent sowie eine Verringerung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer von derzeit 39,6 auf 35 Prozent vor. Angesichts einer offenen Gegenfinanzierung und der damit verbundenen Gefahr eines erheblichen Schuldenanstiegs ist es fraglich, ob die Vorschläge so durch den Kongress gehen – obwohl er „republikanisch“ dominiert ist. Kein Wunder also, wenn die Erkenntnis um sich greift, dass Donald Trump wohl nicht alle seine Versprechen wird halten können. Die Investoren befürchten, dass die Konjunkturprogramme nicht so schnell kommen wie erwartet. Wenn überhaupt …

Außenpolitisches Säbelrasseln sorgt für Unsicherheit

Läuft es innenpolitisch nicht wie gewollt, ist es auch unter US-Präsidenten Tradition, außenpolitisch Stärke zu zeigen. Donald Trump ist da keine Ausnahme: Obwohl er angekündigt hatte, dass die US-Streitkräfte global eine eingeschränktere Rolle einnehmen würden, sollten medienwirksame Militäraktionen in Syrien und Afghanistan, gepaart mit deutlichen Drohungen in Richtung Nordkorea, Entschlossenheit unter Beweis stellen.

Eine nachhaltige Strategie ist bislang zumindest nicht erkennbar. Das zeigt sich auch daran, dass die Intervention in Syrien zu einer Verschlechterung des Verhältnisses mit Russland führte. Das Eingehen auf die Provokationen des nordkoreanischen Diktators wiederum, der als Verbündeten China im Rücken hat, ist ein Spiel mit ungewissem Ausgang. „Das macht die geopolitische Lage unberechenbarer und unsicherer“, sagt der HVB-Experte Oliver Postler. „Und Unsicherheit ist ein Zustand, den die Kapitalmärkte nicht schätzen.“

Folgt auf die Euphorie nun Ernüchterung?

Gehen nun vom politischen Programm des neuen Präsidenten ökonomische Impulse für die Zukunft aus? Das ist laut Oliver Postler grundsätzlich zu bejahen, wie die großen Vorhaben Steuerreform, Infrastrukturausgaben und Deregulierung beweisen. „Aber der Aktienmarkt ist ein Frühindikator. Das heißt, viele positive Impulse sind bereits eingepreist“, sagt Postler. Und resümiert: „Am US-Aktienmarkt besteht durchaus Enttäuschungspotenzial, wenn jetzt nicht geliefert wird.“

Natürlich, so Postler, könne die Entwicklung des Aktienmarktes nicht nur an der Politik festgemacht werden. „Neben den insgesamt ordentlichen Unternehmenszahlen spielen der angelaufene Zinserhöhungszyklus der amerikanischen Notenbank Fed und die vergleichsweise hohe Bewertung der US-Aktien eine wichtige Rolle“, erklärt der HVB-Experte. Grundsätzlich präge das weltwirtschaftliche Umfeld die Trends am Kapitalmarkt. Und das ist intakt – auch in den USA, selbst wenn dort die Wirtschaft schlecht ins Jahr gestartet ist.

Und wie sieht es bei den Staatsanleihen aus? Auch deren Renditen fielen nach deutlichen Anstiegen zu Anfang von Donald Trumps Präsidentschaft bereits wieder zurück. Allerdings gilt für den US-Rentenmarkt, noch mehr als für den Aktienmarkt, die Abhängigkeit vom weiteren Vorgehen der US-Notenbank Fed – und deren Pläne dürften angesichts robusten Wachstums, geringer Arbeitslosigkeit und stabiler Inflationsentwicklung die Renditen im Verlauf des Jahres wieder steigen lassen. 

Trump und die Börsen

Über den Erwartungen

Die Kursentwicklung des S&P 500 seit dem Amtsantritt von Donald Trump fällt positiv aus. Von den letzten fünf Präsidenten sorgte nur George Bush für ein besseres Echo an den US-Börsen. Allerdings fiel der Amtsantritt von George W. Bush (2001) in die Zeit der "Dot.Com-Blase", während die ersten 100 Tage des Präsidenten Barack Obama (2009) von der Finanzkrise überschattet wurden.

Strategie für Anleger

Welche Bedeutung haben diese Entwicklungen für Anleger? „Aktien bleiben angesichts eines soliden globalen Wachstums und anziehender Unternehmensgewinne grundsätzlich unsere präferierte Anlageklasse“, rät Oliver Postler. „Für die USA sind wir aber auch aufgrund der höheren Bewertung und politischer Unsicherheiten zurückhaltender.“ Zu bevorzugen seien Europa und Asien. Europa profitiert dabei auch von Mittelzuflüssen ausländischer Anleger. Mit abnehmenden politischen Risiken – nächster Meilenstein ist die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen am 7. Mai in Frankreich – steigt die Bereitschaft, wieder vermehrt in Europa zu investieren.

„Bei den US-Renten könnten gestiegene Zinsen dagegen eher später wieder neue Einstiegsmöglichkeiten bieten“, so der Experte. Zwei Dinge lohnen sich laut Postler definitiv: Einerseits sollte man Ruhe bewahren und dabei die mitunter volatile Politik des US-Präsidenten Trump im Auge behalten – und andererseits im engen Austausch mit dem eigenen Finanzberater bleiben. „Disziplin, Geduld und Diversifikation als Grundtugenden eines Anlegers haben sich in der Vergangenheit schon bewährt. Das ist aus meiner Sicht auch eine gute Basis für die Zukunft“, resümiert Oliver Postler.

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