Eine Wahl als Sprungbrett für die Märkte?
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Eine Wahl als Sprungbrett für die Märkte?

Bundestagswahl

Die Bundestagswahl am 24. September scheint ein berechenbares Ende für ein europäisches Wahljahr zu werden, das vor allem mit Blick auf Frankreich und die Niederlande als unberechenbar galt. Das erfreut Märkte wie Anleger: Die Möglichkeit negativer Überraschungen scheint gering, nach einem durchwachsenen Sommer winkt ein guter Herbst. Anlass zur Sorge gibt eher die geopolitische Lage.

Es ist der Abend des 3. September 2017: Gerade ist das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD) zu Ende gegangen. Es ist ein Abend, an dem den beiden „Duellanten“ angesichts der langen Verbundenheit ihrer Parteien in zwei Großen Koalitionen mitunter der Konsens wichtiger zu sein scheint als der gepflegte Dissens. Am nächsten Morgen titelt die „B.Z.“ in Berlin: „Und was ist mit Bildung, Armut, Gesundheit, Klimawandel, Digitalisierung, Löhnen, Wohnungsnot?“ Andererseits: Das TV-Duell bleibt fair, Marktschreierei und verbale Schläge unter die Gürtellinie bleiben aus. Keine Selbstverständlichkeit in Zeiten, wo in anderen Demokratien nicht nur die politischen Sitten erodieren, sondern gar pluralistische Instanzen geschliffen werden.

Zeiten des Wahlkampfs sind auch für die Anleger spannend: Manchmal sorgen die Spekulationen um mögliche Ergebnisse für größere Verwerfungen an den Märkten als der tatsächliche Ausgang des Entscheids. 2017 macht da keine Ausnahme. Blickten die Anleger Anfang des Jahres auf die vor ihnen liegenden zwölf Monate, so machte sich die ein oder andere Sorgenfalte bemerkbar: Die Parlaments- und Präsidentenwahlen in den Niederlanden und Frankreich, gefolgt von der Bundestagswahl am 24. September, drohten durch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer und europafeindlicher Kräfte unberechenbar zu werden. Politische Verwerfungen auf europäischer Ebene – die Stichworte lauten Brexit und Flüchtlingskrise – trugen zur weiteren Eintrübung des Ausblicks bei. Doch die politischen Entscheide stärkten sowohl in Paris als auch in Den Haag die liberalen, europafreundlichen Kräfte.

Analyse

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Der Konjunkturaufschwung in Europa geht weiter, die EZB setzt derweil ihre Niedrigzinspolitik fort. Die Bundestagswahl spielt an den Märkten keine Rolle, zu offensichtlich scheint der Ausgang. Die detaillierte Analyse der Lage lesen Sie hier.

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Die Populisten scheinen ihren Zenit überschritten zu haben

Nun steht die Bundestagswahl vor der Tür – und auf den ersten Blick gibt es auch in Deutschland wenig Grund zur Besorgnis. Sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene steuert das Land in ruhigem Fahrwasser. Beispiel „Alternative für Deutschland“: Zwar dürfte die Partei den Sprung in den Bundestag schaffen – nach einer ARD-Umfrage vom 8. September sogar als drittstärkste Kraft mit 11 Prozent der Wählerstimmen. Weit entfernt aber ist die zwischen rechtem Populismus und konservativem Pragmatismus oszillierende AfD von den Umfragehochs im Herbst 2016 und Frühjahr 2017, die für Unsicherheit in Wirtschaft, Politik und bei den Anlegern sorgten.

„Wenn die Märkte eines nicht mögen, dann ist es Unsicherheit“, sagt Klaus Sers, Investment-Stratege und Portfolio-Manager bei der HypoVereinsbank. „Doch es sieht so aus, als ob die Populisten ihren Zenit überschritten haben.“ Er schließe aber nicht aus, dass sich die Rechtspopulisten bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den Umfragen wieder nach oben bewegen könnten. Davon könne allerdings derzeit keine Rede sein. Im Gegenteil: Der HVB-Experte erwartet eher, dass der wahrscheinliche Wiedereintritt der FDP in den Bundestag – und die damit verbundene Möglichkeit einer schwarz-gelben Koalition – das Potenzial haben kann, die Finanzmärkte nach einem schwachen Sommer zu beflügeln.

Ausbleibende Reformen als Wermutstropfen

Auch die Aussicht auf ein Sechs-Parteien-Parlament mit entsprechend schwieriger zu bildenden Drei-Parteien-Koalitionen stellt für den HVB-Experten keinen Unsicherheitsfaktor dar. So sei eine Jamaica-Koalition aus CDU, FDP und Grünen kein Hindernis für Wirtschaftswachstum. „Das Beispiel Baden-Württemberg zeigt ja, dass die Grünen durchaus pragmatisch regieren können“, so Sers. Auch eine erneute Große Koalition dürfte von den Anlegern positiv aufgenommen werden. Etwas anders könne das zwar im Fall eines Bündnisses aus SPD, Grünen und der Linken aussehen – auch hier aber dürften die Märkte zumindest von der Stabilität des Bündnisses überzeugt sein, so es denn zustande komme.

„Nach zwei Monaten der Konsolidierung an den Aktienmärkten könnte die Wahl das Signal für eine Rallye an den Märkten geben“

Klaus Sers
Klaus Sers,
Investment-Stratege und Portfolio-Manager bei der HypoVereinsbank

So könnte selbst der sonst eher schwache September zu einem guten Anleger-Monat geadelt werden. „Nach zwei Monaten der Konsolidierung an den Aktienmärkten könnte die Wahl das Signal für eine Rallye an den Märkten geben“, sagt Sers. Als Wermutstropfen bezeichnet der HVB-Experte die Tatsache, dass unter Angela Merkel keine anspruchsvollen Reformvorhaben umgesetzt wurden – und davon auch bei ihrer Wiederwahl eher nicht auszugehen sei. So bestehe an den Finanzmärkten vor allem die Sorge, dass die auf Deutschland zurollenden demografischen Probleme der Zukunft – Stichwort Renteneintrittsalter – nicht angepackt würden.

Die wirtschaftlichen Rahmendaten dagegen dürften Anleger zweifelsohne genauso freudig stimmen wie Wahlkampfstrategen der Union: Die Arbeitslosenquote hat einen rekordverdächtigen Tiefstand erreicht, der Export brummt. Die Deutsche Bundesbank hat ihre Wachstumsprognose für 2017 auf 2,0 Prozent erhöht. Selbst die skandalgebeutelte Autobranche, Treiber der deutschen Wirtschaft, überzeugte erst kürzlich mit starken Halbjahreszahlen. Zudem ist die Stimmung bei Unternehmern wie Verbrauchern im Land so gut wie selten zuvor, die Inflation bleibt moderat. In Summe haben diese Faktoren dafür gesorgt, dass die wirtschaftliche Entwicklung 2017 die Erwartungen der Analysten übertraf – und damit auch als Treiber für die Aktienmärkte diente.

Für Unsicherheit sorgen vor allem geopolitische Faktoren

Eine neue Regierung unter Martin Schulz, so der HVB-Experte, dürfte den Kurs des EZB-Chefs weiter stützen, darüber hinaus aber die harte, ablehnende Haltung von Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble gegenüber der Einführung von Eurobonds aufweichen – für Anleger wohl ein eher zweifelhaftes Signal. Angela Merkel dagegen machte noch kurz vor der Wahl ihre Entschlossenheit deutlich, unabhängig von möglichen Koalitionspartnern auch weiterhin eine aktive und gestaltende Rolle in Europas Wirtschafts- und Finanzpolitik einzunehmen. So brachte die Kanzlerin das Auflegen eines neuen Fördertopfs ins Spiel, um EU-Länder bei Wirtschaftsreformen zu unterstützen.

Für Unsicherheit sorgt derzeit vor allem die geopolitische Lage: Während der Ton in den Brexit-Verhandlungen an Schärfe zunimmt, hat sich seit dem Sommer 2017 an den Südgrenzen Europas die Flüchtlingskrise mit Nachdruck in Erinnerung gerufen. Der Streit um die Verteilung der Flüchtlinge stellt den politischen Frieden in der EU auf eine Belastungsprobe, zudem werden die fiskalisch bereits angeschlagenen Länder der südlichen Peripherie weiter belastet.

„Tatsächlich sind die geopolitischen Risiken schwer zu kalkulieren“

Klaus Sers
Klaus Sers,
Investment-Stratege und Portfolio-Manager bei der HypoVereinsbank

In den USA setzt Präsident Trump derweil seinen irrlichternden politischen Kurs fort – bislang jedoch ohne nennenswerte Ergebnisse und ohne negative Folgen für die Märkte. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hält die Welt weiter mit Raketen- und Atombombentests in Atem, während der Syrien-Konflikt unlösbar scheint. „Tatsächlich sind die geopolitischen Risiken schwer zu kalkulieren“, sagt Klaus Sers. „Gleichwohl sind die größten Risiken bereits bekannt und von den Märkten berücksichtigt.“

Und was bedeutet das alles nun für Anleger? Laut dem HVB-Experten sollten sie im Umfeld der Bundestagswahl keine plötzliche Änderung ihrer Anlagestrategie vollziehen, sondern Bezug auf ihr Portfolio eine Politik der ruhigen Hand walten lassen. „Ich gehe davon aus, dass mindestens bis ins Jahr 2018 hinein Aktien die bevorzugte Anlageklasse im Portfolios bleiben dürften“, so Sers. Es lohne sich aber stets, einen kurzen Draht zu seinem Berater zu haben, um bestens informiert zu bleiben – und am Wahltag auf alle Szenarien vorbereitet zu sein.

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