Die Liquidität und Rentabilität im Unternehmen nachhaltig verbessern
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Die Liquidität und Rentabilität im Unternehmen nachhaltig verbessern

Supply Chain Finance

Supply Chain Finance dient der Optimierung der Wertschöpfungskette und verbessert das Working Capital des Unternehmens.

Ein Risikofaktor vieler mittelständischer Unternehmen ist die sogenannte „Sandwich-Position“ zwischen Lieferanten und Kunden: Die Lieferanten gewähren oft nur kurze Zahlungsziele, während man den eigenen Kunden selbst lange Zahlungsfristen zugesteht. Die Folge ist, dass mittelständische Unternehmen im Verhältnis stärker ihren Kontokorrentkredit beanspruchen. „Wir erkennen im Mittelstand regelmäßig einen Verbesserungsbedarf in der Finanzstruktur der Wertschöpfungskette; Liquidität und Rentabilität bieten immer wieder ein durchaus signifikantes Optimierungspotenzial“, erklärt Benjamin Dressel, Spezialist für Supply Chain Finance der HypoVereinsbank.
 
Das Stichwort lautet Supply Chain Finance (SCF): Dabei handelt es sich allgemein um die Optimierung der Finanzierungsstrukturen und der Zahlungsströme mit dem Ziel, die Liquidität und die Rentabilität des Unternehmens zu verbessern.

„Der besondere Charme dieser Supply Chain Finance-Lösung liegt darin, dass sich die künftigen Finanzierungskonditionen Ihres Lieferanten an Ihrer guten Bonität ausrichten. Auf dieser Basis lassen sich Kosteneinsparungen erzielen und längere Zahlungsziele aushandeln.“

Benjamin Dressel,
Spezialist für Supply Chain Finance, HypoVereinsbank (HVB)

Das beginnt beim Einkauf von beispielsweise Rohstoffen oder Zulieferteilen: Hier geht es darum, die Zahlungskonditionen mit Zulieferern so auszuhandeln, dass die eigene Kreditlinie geschont und damit die Finanzierungskosten gesenkt werden können. „Mittelständischen Unternehmern wird das in der Regel gelingen, wenn sie ihren Lieferanten eine Win-win-Situation vermitteln“, so Dressel.

Günstige Finanzierungen für Lieferanten

Genau hier unterstützt die Bank. Das Modell: Die Bank kauft von dem Lieferanten die Forderungen gegen Ihr Unternehmen an. Diese alternative Finanzierung ist günstiger als der bisherige Kontokorrentkredit des Lieferanten. Dadurch wiederum kann der Lieferant Ihrem Unternehmen die gewünschten längeren Zahlungsziele oder günstigere Einkaufspreise gewähren – ohne seine eigene Kreditlinie zu belasten. „Der besondere Charme dieses Forderungsverkaufs liegt darin, dass wir die Konditionen für den Lieferanten an der guten Bonität Ihres Unternehmens ausrichten. So sind längere Zahlungsziele oder bessere Einkaufspreise verhandelbar“, so Dressel.
 
Der Nutzen dieses Modells ergibt sich insbesondere aus einem oft vorhandenen Bonitätsunterschied zwischen Lieferant und Abnehmer. Denn in der Regel haben die Lieferanten eine nicht so gute Bonität wie ihre Abnehmer. Bei Zulieferern innerhalb Deutschlands wirkt sich das aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen aktuell nicht ganz so stark aus. „Wenn sich Unternehmer aus dem Ausland beliefern lassen, sieht das allerdings häufig ganz anders aus“, weiß Jens Wende, Experte Global Trade Management bei der HypoVereinsbank.

Zum Beispiel bewegen sich die Zinssätze für Betriebsmittelkredite in Italien auf einem höheren Niveau als in Deutschland. Es fällt Unternehmern mit Partnern im Ausland daher oft leichter, mit Supply Chain Finance-Modellen ihre Lieferanten zu überzeugen und verlängerte Zahlungsziele beziehungsweise günstigere Einkaufspreise durchzusetzen.

Großes Interesse auch bei deutschen Lieferanten

„Wir erkennen allerdings auch bei deutschen Zulieferern ein hohes Interesse an unserem innovativen Finanzierungsmodell“, sagt Wende. Wohl auch deshalb, weil sie die Bindung zu ihren Abnehmern stärken.

„Wir weisen Unternehmen gezielt auf Verbesserungspotenziale bezüglich der Liquidität durch entsprechende Lösungen rund um Supply Chain Finance hin.“

Jens Wende,
Spezialist für Global Trade Management, HypoVereinsbank (HVB)

Die Abnehmer haben ebenfalls Vorteile: Aufgrund der verlängerten Zahlungsziele sinkt das Working Capital des mittelständischen kaufenden Unternehmens – und zwar ohne zusätzliche Finanzierungskosten, da sich die Kapitalbindungsdauer verkürzt. Die Kontokorrentlinie wird geschont, die Kapitalkosten sinken und die Bilanzkennzahlen verbessern sich.

Wann sich dieses Modell anbietet

Das Modell wird für mittelständische Unternehmen besonders interessant, falls sich zum Beispiel deren kurzfristige Bankverbindlichkeiten in den vergangenen Jahren erhöht haben. „Schon allein deshalb, weil der damit einhergehende ‚Zinsaufwand‘ einen wesentlichen Indikator für die Bonität darstellt“, so Wende.

Die Experten der Bank haben solche Kennzahlen im Blick. „Wir weisen Unternehmen gezielt auf Verbesserungspotenziale bezüglich der Liquidität durch entsprechende Lösungen rund um Supply Chain Finance hin“, sagt Global-Trade-Spezialist Wende.

Dann geht es darum, die Lieferanten mit ins Boot zu holen. In der Praxis hat es sich beispielsweise als äußerst effizient und erfolgreich erwiesen, Lieferantentagungen zu veranstalten. Beispielsweise unterstützen Experten der HypoVereinsbank bei der Planung, Organisation und Information. Wende: „Der Implementierungsaufwand für eine solche Einkaufsfinanzierungslösung wird so minimiert. Die Quote für eine erfolgreiche Anbindung steigt stetig.“

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Bei mittelständischen Unternehmen gibt es häufig Möglichkeiten, die Wertschöpfungskette zu optimieren. Nutzt man die Potenziale intelligent, lässt sich die Liquidität im Unternehmen verbessern.

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