Finanzplan, Businessplan & Co: Worauf Sie achten sollten
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Finanzplan, Businessplan & Co: Worauf Sie achten sollten

UNTERNEHMENSÜBERNAHME

Potenzielle Übernehmer sollten sich intensiv mit Chancen und Risiken des Unternehmens auseinandersetzen. Ein durchdachter Businessplan und eine umfassende Finanzplanung sind dabei Grundvoraussetzung.

Was gestern gut war, muss heute nicht schlecht sein. Aber auch nicht mehr das Beste. Das gilt auch bei der Übernahme einer Firma. „Auf den fahrenden Zug aufspringen, geht nicht. Wenn man ein Unternehmen übernimmt, muss man es im Rahmen der Übernahmeplanung durchleuchten, durchdenken und, bei Bedarf, neu gestalten“, sagt Jan Wolkenhaar, Leiter Spezialisten für Gründung und Nachfolge bei der HypoVereinsbank (HVB). Das gilt auch für Firmen, in denen die Tochter oder der Sohn eines Tages das Ruder übernimmt.

Ob Familienangehörige oder Externe: Potenzielle Nachfolger sollten bestimmte Fragen für sich beantworten, erläutert der Experte der HVB. So zum Beispiel:

  • Was will ich ändern?
  • Was kann so bleiben, wie es ist?
  • Ist der heutige Standort noch zeitgemäß?
  • Muss ich als Dienstleister wirklich weiterhin in der Innenstadt sitzen, oder geht es auch zu günstigeren Mieten draußen im Grünen?
  • Ist meine Produktpalette zukunftsfähig?
  • Muss ich mich von Mitarbeitern trennen, und was kostet mich das?

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Businessplan als erste Säule

Was potenzielle Firmenübernehmer als erstes erstellen sollten, ist ein gut durchdachter Businessplan. Im Fokus sollten dabei diese Aspekte stehen:

  • Was hat die Firma in der Vergangenheit gemacht?
  • Wie ist die zukünftige Geschäftsidee, das Unternehmenskonzept?
  • Was will ich als künftiger Chef selbst machen?
  • Wer macht künftig was?
  • Muss sich der neue Chef Kompetenzen aus der Mitarbeiterschaft holen? Oder aus dem Markt?
  • Wer rückt an die alte Position des neuen Chefs?
  • War der bisherige Geschäftsführer noch aktiv im Unternehmen, oder hat er sich schon zurückgezogen?
  • Und: Muss die EDV des Unternehmens auf den aktuellsten Stand gebracht werden?

„Es kommt durchaus vor, dass einerseits Lieferanten die Zahlungs­ziele mit der Neuauf­stellung der Firma auf einmal verkürzen oder andererseits Kunden Zahlungsziele verlängern – das geht zu Lasten der künftigen Liquidität.“

Jan Wolkenhaar,
Leiter Spezialisten für Gründung und Nachfolge, HypoVereinsbank (HVB)

„In den vergangenen Jahren hat es einige Unternehmen gegeben, die den Wettbewerb und die Konkurrenz hinsichtlich der Digitalisierung unterschätzt und dadurch ihre Existenz gefährdet haben“, warnt Wolkenhaar.

Weiterhin gilt es, sich das Mitarbeiterportfolio genau anzusehen:

  • Kann ich meinen Mitarbeitern Homeoffice anbieten?
  • Gibt es Mitarbeiter, die gerne die Firma übernommen hätten?
  • Leiten faktisch bestimmte Mitarbeiter die Firma, gar nicht mehr der Chef? Kann ich diese freisetzen?
  • Wie ist die Atmosphäre unter den Mitarbeitern – gibt es Konflikte?
  • Wer sind die Leistungsträger? Werden sie bleiben? Oder andere Mitarbeiter mitnehmen?

Auch wichtig: Mögliche Risiken des Unternehmens sollten potenzielle Nachfolger genau unter die Lupe nehmen:

  • Welche Verpflichtungen hat das Unternehmen noch?
  • Welche Altlasten gibt es (zum Beispiel Beteiligungen, Umwelt)?

Empfehlenswert für den Käufer ist dabei eine Due Diligence, eine sorgfältige Risikoprüfung, die die Chancen, Stärken und Schwächen eines Unternehmens sowie spezifische Risiken untersucht (SWOT-Analyse). Darauf basiert dann die Ermittlung des Wertes eines Unternehmens.

Diese Prüfung nehmen Experten wie (Fach-)Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Fachleute mit spezifischen Kenntnissen vor. Die zu verkaufende oder übergebende Firma stellt in einem so genannten Datenraum alle relevanten Unterlagen zur Einsicht und Prüfung für den potenziellen Käufer zur Verfügung.

Finanzplanung als zweite Säule

Neben dem Businessplan ist die Finanzplanung von großer Bedeutung. Dabei durchleuchten beispielsweise Wirtschaftsprüfer und Steuerberater die bisherigen Geschäftszahlen. „Besonders wichtig ist hierbei die Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung“, sagt Wolkenhaar. Schließlich könne das Unternehmen nur am Laufen gehalten werden, so lange die Liquidität reicht.

Nicht vergessen werden dürfe die Rentabilitätsplanung. Wer seine Investitions- und Finanzierungskosten kennt, kann sich zur Überstützung bei der Erstellung von Rentabilitäts- und Liquiditätsplan den HVB Gründungsplaner (zip-Datei, 1,5 MB) kostenlos herunterladen.

Der Experte der HVB nennt Fragen, die hier geklärt werden müssen:

  • Welche Folgen hat der Inhaberwechsel auf das Verhältnis zu Kunden und Lieferanten?
  • Welche Zahlungsziele wurden den Lieferanten gewährt?
  • Welche den Kunden?
  • Wie sind die Kreditlinien bei Banken? Werden sich diese durch den Eigentümerwechsel verändern, falls diese von der Bonität des Vorbesitzers abhängig waren?

„Es kommt durchaus vor, dass einerseits Lieferanten die Zahlungsziele mit der Neuaufstellung der Firma auf einmal verkürzen oder andererseits Kunden Zahlungsziele verlängern – das geht zu Lasten der künftigen Liquidität“, so Wolkenhaar. Darüber hinaus sollte sich der potenzielle Chef fragen, ob er aus Erträgen des Unternehmens den Kaufpreis der Firma erwirtschaften kann.

Unterstützung finden Unternehmensnachfolger bei der HypoVereinsbank online, so zum Beispiel Dokumente und Unterlagen wie Unterlagencheckliste, Businessplan, Investitionsplan, Risikocheckliste, oder eine Vorlage für die Selbstauskunft. Zudem erhalten Nachfolger bei der HypoVereinsbank fundierte Finanzierungsberatung – falls Sicherheiten nötig sind, auch mit Einbindung der Bürgschafts­banken.

Fazit: Diejenigen, die eine Firma übernehmen wollen, müssen sich um viele wichtige Details kümmern. „Man kann viele dieser Punkte relativ schnell abhaken – aber man muss sie auch auf dem Schirm haben“, resümiert Wolkenhaar.

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