Das Unternehmen zu Geld gemacht – und jetzt?
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Das Unternehmen zu Geld gemacht – und jetzt?

VERKAUFSERLÖS ANLEGEN

Der Erlös aus Verkauf oder Übertragung der eigenen Firma dient der Sicherung des Ruhestandes oder dem Erhalt von Vermögenswerten. Für beides braucht man das richtige Konzept.

Die Frage, wie die scheidenden Firmenchefs ihr Geld nach Unternehmensverkauf oder Übertragung anlegen und verwalten, ist angesichts des niedrigen Zinsniveaus heute deutlich schwerer zu beantworten als noch vor wenigen Jahren. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise konnte man beispielsweise mit erstklassigen Staatsanleihen, also mit festverzinslichen Wertpapieren bonitätsstarker Emittenten, mehr als ordentliche Renditen erzielen – ohne ein allzu großes Risiko einzugehen. Im Zuge der expansiven Geldpolitik der Notenbanken und der daraus resultierenden Niedrigzinsen ist dies nun nicht mehr möglich.

„Je frühzeitiger man die Altersvorsorge angeht, desto mehr Möglichkeiten hat man später, die eigenen finanziellen Bedürfnisse auf ein sicheres Fundament zu stellen.“

Thorsten Weinelt,
Leiter Wealth Management Deutschland, HypoVereinsbank (HVB)

Das Vermögen durch einen Unternehmensverkauf zu erhalten und gleichzeitig den Lebensstandard durch laufende Einkünfte zu gewährleisten, wird dadurch deutlich schwieriger. Der Unternehmer ist de facto gezwungen, auch nach dem Unternehmensverkauf unternehmerische Risiken einzugehen, um die Chance auf eine reale Vermögenserhaltung zu wahren.

Im Falle einer Nachfolgelösung innerhalb der Familie wird häufig eine laufende Zahlung der Übernehmer an den Übergeber vereinbart. In diesem Fall bleibt die Altersversorgung des ehemaligen Inhabers in der Regel langfristig mit dem Unternehmenserfolg der nachfolgenden Generation verknüpft. In diesem Modell ist der Unternehmer weniger abhängig vom Kapitalmarktumfeld. Bei Auszahlung (Gesellschafter Cash Out) hingegen ist die Situation vergleichbar mit der eines Unternehmensverkaufs.

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Anlegen oder anlegen lassen

Neben dem Anlageziel ist die eigene Rolle, die sich Unternehmensübergeber selbst zuschreiben, bei der Entscheidung über die künftige Vermögensverwaltung wichtig. „Dabei gibt es ganz verschiedene Vorstellungen“, sagt Thorsten Weinelt, Leiter Wealth Management der HypoVereinsbank (HVB). Während die einen beispielsweise ihr Leben oder ihren Ruhestand sorgenlos genießen wollen und einen externen Vermögensverwalter beauftragen, sich um die Anlage des Vermögens zu kümmern, bringen sich andere aktiv beim Vermögensmanagement ein.

„Die einen investieren gerne in Immobilien. Die anderen beschäftigen sich eher mit Wertpapieranlagen oder neuen Unternehmensbeteiligungen – dazu haben sie nach ihrer erfolgreichen Unternehmerkarriere zudem mehr Zeit als zuvor“, ergänzt der HVB-Experte.

Vereinfacht gesagt steht der frühere Firmenchef vor der Frage: Will ich meinen Ruhestand genießen und mein Kapitalmanagement über ein bedarfsgerechtes Vorsorgekonzept delegieren – etwa über eine Bank oder ein Family Office? Oder will ich selbst aktiv agieren? Die ersteren möchten ihr Geld in professionelle Hände geben und mit den täglichen Querelen einer Anlageentscheidung nichts zu tun haben. Dabei setzen sie sich mit ihrer Bank oder den Managern ihres Family Office zusammen und formulieren klare Zielvorstellungen.

Maßnahmenplan für Ruhestand und Vermögen

Aufgabe der Bank ist es, gemeinsam mit ihren Kunden einen unabhängigen Finanz- und Vermögensplan zu erstellen. Dabei spielen Dinge wie Vermögensallokation und Diversifikation, Risikomanagement sowie steuerliche Aspekte eine wesentliche Rolle. Die Bank selbst führt dabei aber keine Steuerberatung durch. Steuerthemen wie Erbschaftsteuer oder Schenkung sind jedoch Bestandsteil der Vermögensberatung. So werden bei einer optimal aufgestellten Vermögensberatung die Steuerberater der Kunden mit ins Boot geholt und in die Beratung miteinbezogen. Steuer- und Vermögensberatung greifen somit perfekt ineinander.

Die zweite Gruppe wird im Grunde durch das aktive Verwalten des eigenen Kapitals wieder unternehmerisch tätig – als Investor.

„Darüber hinaus gibt es auch noch Mischformen dieser beiden Typen“, sagt Weinelt. Das gilt insbesondere für Unternehmer, die beim Unternehmensverkauf hohe Erlöse erzielt haben. Ab einer dreistelligen Millionensumme werden häufig Manager als Vermögensverwalter angestellt. Dabei delegieren sie die Vermögensverwaltung – ohne sie jedoch komplett aus der Hand zu geben.

Die Maßnahmen rechtzeitig vorbereiten

Ab wann sollten sich Unternehmer mit den Themen Vorsorgeplan, Versicherung, Erbschaftsrecht, Altersvorsorge und Vermögensverwaltung – aber auch Vermögensübergabe oder Schenkung - auseinander setzen? „Sobald sie als Unternehmer tätig werden“ bringt es Thorsten Weinelt auf den Punkt.

Zu welchem Typ man auch immer gehört - ein Ziel eint alle: Der Wert des Vermögens soll erhalten werden – entweder für sich selbst, zur Alterssicherung, oder auch zur finanziellen Absicherung der eigenen Familie und der Angehörigen. Und noch etwas stellt der Vermögensexperte heraus: „Je frühzeitiger man die Altersvorsorge angeht, desto mehr Möglichkeiten hat man später, die eigenen finanziellen Bedürfnisse auf ein sicheres Fundament zu stellen.“

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